IRRESEIN.DE

SELBSTHILFE I: M.S.: 10 PUNKTE

SELBSTHILFE II: MIT VERRÜCKTHEIT KONSTRUKTIV UMGEHEN

SELBSTHILFE III: T.BOCK: GRATWANDERUNG

ENGLISH
VERSION:
SELF HELP I

IRRESEIN- SOUNDTRACK

H.-J. HARDER:
VERFOLGUNG

F. DANIELS:
AUSTREIBUNGS-
ERLÄRUNG

S.MOSER:
WIR SIND GEISELN

T.W. ADORNO: HEIDEKNABE

E. BLOCH: DANEBEN: WIRTSHAUS DER IRREN

J. BERGER: DER MANN MIT DEM ZERZAUSTEN HAAR

R. BRANDT: DER UNSICHTBARE VIERTE

S.GROF: NOSOC

BRAUNE AURA

PROBLEMA XXX

ST. DYMPHNA

SHAKESPEARE: HAMLET, II, 2

ESELTERIK

GÄSTEBUCH

 

 

NACH OBEN

KRITIK, KOMMENTARE, 
HINWEISE AN:

SCHAFFRATH AT IRRESEIN.DE

COPYRIGHT
1999-2004
IRRESEIN.DE 
ALL RIGHTS RESERVED

STAND/LAST MODIFIED :
20.05.2004

 

 

 

 

 

 

 

SELBSTHILFE I : 10 PUNKTE
I. GESPRÄCH 
Ich spreche mit einer Vertrauensperson über meine Probleme.

Bei der Wahl der Person beachte ich meine Gefühle, weil nicht jeder  mit dieser Information verantwortungsvoll umgehen kann. Gespräche helfen mir, einen gangbaren Weg aus der Krise zu finden.

II. HILFE 
Ich erkenne meine Hilflosigkeit und suche mir Helfer. 

In meinen Krisen fällt es mir oft schwer, anzuerkennen, daß ich wirklich Hilfe brauche. Das Anerkennen meiner Hilflosigkeit und das Annehmen ernstgemeinter Hilfe ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Was hilft, kommt auf meine Bedürfnisse und meine Verfassung an. Ein Gespräch, ein Arzneimittel oder ein Kinobesuch,  ein Tag Bettruhe, ein Buch oder ein Waldspaziergang, im Notfall ein "stationärer Aufenthalt". Ich muss es ausprobieren, meine Bedürfnisse und Fähigkeiten einschätzen lernen und das jeweils Richtige herausfinden. 

III. NETZWERK 
Ich brauche ein Netzwerk aus Freunden

Ich brauche ein Netz sozialer Beziehungen zu Freunden, Bekannten, Familie in meiner Nähe. Mehrere können mehr tragen und aushalten als ein Einzelner. Meine Krisen muss ich zwar selber durchstehen, aber der Kontakt zu anderen hilft mir oft. Der Alltag mit anderen verbindet und gibt Halt.  Im Austausch mit Anderen kann ich mehr über mich und die Welt lernen und habe die Chance, Erfahrungen mit anderen zu teilen. Das Aufbauen und Pflegen von Kontakt zu anderen Menschen ist für mich oft schwierig. Oft  fällt es mir schwer, mit Menschen zusammen zu sein. Alleinsein ist manchmal besser für mich. Trotzdem wünsche ich mir Freundschaft und Liebe.

IV. ZEITSTRUKTUR UND ZIELE 
Ich brauche für meinen Tages-, Wochenablauf etc. ein Gerüst.

Es hilft mir dabei, meine Zeit sinnvoll zu gliedern. Das Gerüst kann aus wiederkehrenden Mahlzeiten, nützlichen Gewohnheiten, Arbeitsabläufen, regelmäßigen Spaziergängen, oder Treffen bestehen. Mitten in der Krise ist es sinnvoller, dieses Gerüst so einfach wie möglich zu halten. Mit dem Abklingen der Krise kann es wachsen. Nach und nach kann ich mehr in das Gerüst einbauen. Wenn ich mir erreichbare Ziele setze, die ich dann in die Tat umsetze, kann ich wieder mehr Vertrauen fassen. Ich achte darauf, mich mit den selbstgesetzten Zielen nicht zu überfordern. 

V. GRUNDBEDÜRFNISSE
Ich sorge für mich und beachte meine Grundbedürfnisse. 

Ausreichend Schlaf, gute Ernährung, Entspannung, Bewegung und Körperpflege stabilisieren. Ich habe mit der Zeit gelernt, daß diese alltäglichen Dinge viel ausmachen, man kann sie nicht hoch genug einschätzen. Wenn ich mich selbst gut behandele und auf meine Bedürfnisse achte, habe ich eine bessere Grundlage, um mit Krisen und Problemen fertigzuwerden. Vielleicht kann ich so auch das Leben mehr geniessen. 

VI. MEDIZINISCHE VERSORGUNG
Ich brauche in der Krise angemessene medizinische Versorgung. 

In Krisen brauche ich den Kontakt zu einem Arzt meines Vertrauens. 
Im Zweifelsfall brauche ich Medikamente. Psychopharmaka sind ein zweischneidiges Schwert, wie andere Arzneimittel auch. Ich weiss, dass sie in Notlagen weiterhelfen und die größten Schmerzen zeitweilig lindern können. Insofern sind sie notwendig. Die Nachteile sind:
häufig treten schwer erträgliche, unerwünschte Wirkungen auf, bei vielen besteht ausserdem das Risiko von unumkehrbaren Schädigungen. (cf. tardive Dyskinesie) 
Verantwortungsvoller und professioneller Umgang mit ihnen ist deshalb unabdingbar. Die Heilsversprechungen der Industrie sind, wie jedes andere Anpreisen einfacher Lösungen und Wundermittel, kritisch zu betrachten. Die "happy pill" gibt es nicht. Bestenfalls ermöglicht das Medikament es mir, Abstand von den akuten Problemen zu bekommen und etwas für mich zu tun. Es gilt, immer der eigenen Erfahrung zu trauen (was tut mir gut, was schadet mir ?)- oder, wo das unmöglich ist, sich die Erfahrung anderer (Ärzte, Betroffene usw.) nutzbar zu machen. Was dem Einen nutzt, kann durchaus dem Anderen schaden und umgekehrt.

VII. PSYCHOTHERAPIE
Ich brauche auch in der Krise Psychotherapie. 

Gemeinsam mit den Therapeuten ist es allmählich gelungen, einen Raum zu schaffen, in dem ich mich weiterentwickeln konnte. 
Das offene Ohr, die Geduld und Beständigkeit und vor allem der freisinnige Geist meiner Therapeuten hat das Entstehen einer vertrauensvollen Beziehung ermöglicht. Sie ist die Grundlage dafür, auch die schwersten Probleme nach und nach anzugehen. 
Auch in einer akuten Krise hilft mir Psychotherapie, es ist dann aber günstiger, wenn sie eher stützend als aufdeckend ist. 
Lösungen zu finden erfordert  Geduld, Erfahrung und schöpferisches Denken. Es ist harte Arbeit, sich selbst ins Auge zu sehen und zu versuchen, sich zu ändern.
 

VIII. ZUVERSICHT

Ich weiss aus eigener Erfahrung, daß "Heilung" möglich ist.

Das mag sich für jemanden, der akut von einer schweren Krise betroffen ist, wie ein Witz anhören oder wie Zynismus. Oft - und manchmal für lange Zeit - scheint die Lage ausweglos. Die Zukunft ist wie versperrt. Es geht aber immer weiter, und ich weiss, daß es sich wirklich lohnt, weiter zu gehen. Ich möchte anderen Mut machen: es gibt Wege aus der Misere, das Durchstehen lohnt sich.
Ich glaube, dass "Heilung"/ Gesundsein  kein Zustand, sondern eine andauernde Bewegung ist. 

IX. DIAGNOSE UND INFORMATION
Die Diagnose ist eine Beschreibung meines Zustandes und keine Verurteilung zum Kranksein. 

Die psychiatrische Diagnose meiner Schwierigkeiten sehe ich als Handwerkszeug der Ärzte an. Es kommt auf die Bezeichnung 
nicht so sehr an. Das Klassifizieren der Erscheinungen ist praktisch, ersetzt aber nicht die Mühe des Verstehens. Die Psychiatrie 
hat lange eher eine Tradition des Nicht- Verstehens gepflegt ( cf. Begriffe wie uneinfühlbar ) Man kann über die Entstehung seelischen Leidens und (Un-) Heilbarkeit ausgiebig streiten. Ich finde es wichtiger, herauszufinden, was ich möchte und was mir gut tut. Massgeblich für mein Gesundwerden ist nicht die Diagnose, sondern die Frage, wie ich mit anderen gemeinsam meine Lebenssituation verändern kann. Es kommt mir darauf an, soweit wie möglich mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, meine Erfahrung ernst zu nehmen und im Alltag mehr Wohlbefinden zu erreichen. 
So viel wie möglich über mich und meine sogenannte Erkrankung zu wissen, hilft mir dabei, Distanz zu den Schwierigkeiten zu gewinnen. Dabei sind die Informationsquellen  meist nicht sehr zuverlässig. Die einen wollen ihre Pillen verkaufen und tun 
für den Umsatz fast alles. Konzerne wie Lilly und Johnson  sind daher eher zweifelhafte Anwälte der Interessen von Leuten wie mir. Andere, darunter viele Psychiater, sind in beschränkten  Weltbildern befangen (cf. Endogenitätskonzept etc.) und verstecken sich hinter einer vermeintlich wissenschaftlichen Sicht der Dinge, wobei ihnen oft der Blick für die Menschen hinter den Krankheitsbildern verloren geht. So oder so gilt es, sich umzuhören und  sich selber ein Bild von "der Krankheit" zu machen. 

X. ARBEIT
Mein seelisches Leiden ist Arbeit an mir selbst und am Verhältnis zu Anderen.

Die Arbeit fängt da an, wo die Schwierigkeiten und Probleme sich das erste Mal zeigen. Ich glaube, dass ich durch das Leiden von Anfang an versucht habe, anders zu werden, damit ich weniger leiden muß. Ich konnte einfach nicht so bleiben, wie ich war. 
Durch eigene Erfahrung und mit viel Unterstüztung durch meine Freunde und Therapeuten habe ich mich verändert und kann jetzt besser ich selbst sein. Ich betrachte die Probleme und das Leid als Teil des zu gehenden Weges. Es ist wirklich  Arbeit, mühsam und oft scheinbar wenig lohnend. Wie bei anderer Arbeit muß es auch Pausen und Urlaub geben, damit sie einen nicht auffrisst. 
Das Leiden ist im Zusammenleben mit Anderen, zum Teil auch durch Andere entstanden. In den Beziehungen habe ich mit meiner Arbeit angefangen. Sie erfordert geduldiges Hineinhören in mich selbst und das Gespräch mit anderen. Die Lösung eines Problems löst nicht alle meine Probleme, ich gehe Schritt für Schritt weiter. 
Ich wünsche allen, die sich um diese Dinge bemühen, Mut, Geduld und Kraft.




HOME  
Zur Webring-Hauptseite   <<  Webring "Dr. Stevenson"  >> Zur Webring-Startseite
  Zufällige Seite   ·  Alle Seiten   ·  Hauptseite

WAS HEISST IRRESEIN ?

STÖRUNG UND STIGMA

WARUM DIESE SEITEN

PSYCHIATER & INDUSTRIE

J. BLECH: ERFUNDENE KRANKHEITEN

DES KAISERS NEUE MEDIKAMENTE: WIRKEN ANTIDEPRESSIVA ?

K. DÖRNER: DIE GESUNDHEITSFALLE

D.HEALY: GESCHICHTE DER PP

D. HEALY: LET THEM EAT PROZAC

BRUCE LEVINE: SOCIETY, PSYCHIATRY AND: REBELLION AND ROP GONGRIJP ON SOCIETY,DEPRESSION ETC.

GUTE GESCHÄFTE: PSYCHOPHARMAKA IN DER MEDIKAMENTEN -UMSATZSTATISTIK

NORMAL? 
DIAGNOSEN

KATE MILLETT: PSYCHISCHE KRANKHEIT-EIN PHANTOM

JOHN DE CAMP AND K. O'MEARA ON COLUMBINE KILLINGS AND SSRIS

ERINNERUNG
AN DIE TOTEN

WEISHEIT
I,
II,

III.

LINKS

BÜCHER

FILME


DANK

RECHTLICHES

CrHonCODE

HOME

NACH OBEN

KRITIK, KOMMENTARE, 
HINWEISE AN:

SCHAFFRATH AT IRRESEIN.DE

COPYRIGHT
1999-2004
IRRESEIN.DE 
ALL RIGHTS RESERVED

STAND/LAST MODIFIED :
20.05.2004